Naturzentrum Amrum




Rastvögel

   
Außerhalb der eigentlichen Brutzeit im Frühjahr und Sommer rasten viele Vögel auf Amrum, die ihre Brutgebiete weiter nördlich oder östlich haben. Besonders in den Monaten März und April, sowie September und Oktober sind viele Vögel auf Wanderschaft zwischen ihren Überwinterungs- und Brutgebieten. Das Watt und die Salzwiesen dienen dann vielen dieser sogenannten Rastvögel als "Tankstelle" und Ruheplatz.
Wir stellen hier drei Rastvogelarten vor, um ihnen schon mal einen Vorgeschmack auf Ihren nächsten Urlaub zu machen.

 
Goldregenpfeier (lat.: Pluvialis apricaria; friesisch: tüüter)
 
Wann? Vorwiegend zu den Hauptzugzeiten im April/Mai und September/Oktober.
Wieviel? Goldregenpfeifer stehen in kleineren Trupps mit maximal einigen hundert Exemplaren zusammen.
Wo? Goldregenpfeifer halten sich hauptsächlich auf der Ostseite der Insel auf. Besonders auf den kurzen Wiesen der Norddorfer Marsch und zwischen Nordorf und Nebel sind diese prächtig anzuschauenden und "wohlklingenden" Vögel gut zu beobachten.
  Foto Goldregenpfeier
Foto: Klaus Günther
Goldregenpfeifer im Prachtkleid
Allgemein Der etwa 25 cm große, nordeuropäische Brutvogel ist im Prachtkleid mit seiner schwarzen Bauchfärbung und der leicht goldbraun schimmernden Oberseite unverwechselbar. Auch im Schlichtkleid kann man ihn an seinem hellen Bauch und der immer noch "gülden" wirkenden Oberseite gut erkennen.
 
 
Knutt (lat.: Calidris canutus; friesisch: smarleng)
 
Wann? Klassisch im April/Mai und September/Oktober. Bedingt durch die milden Winter sind Knutts inzwischen das ganze Winterhalbjahr auf Amrum zu beobachten.
Wieviel? Zur Zugzeit im Frühjahr und Herbst sammeln sich bis zu 50.000 Vögels in vielen großen Schwärmen auf Amrum. Die Zahl der überwinternden Vögel liegt hingegen nur bei wenigen tausend Exemplaren.
Wo? Große Schwärme kann man besonders auf der Ostseite am Watt beobachten, wo sich die Vögel bei Hochwasser auf den Salzwiesen sammeln, um zu Rasten. Eine gute Beobachtunsstelle ist der Norddorfer Teerdeich und der Wanderweg am Watt zwischen Nebel und Norddorf.
  Foto Knutt
Foto: Klaus Günther
Rastende Knutts, im Schlichtkleid und im Prachtkleid
Allgemein Der etwa amselgroße Knutt ist ein arktischer Brutvogel, der auf Grönland, in Nordskandinavien und Sibirien brütet. Im Spätsommer ziehen die Knutts in ihre südwesteuropäischen und afrikanischen Überwinterungsgebiete, wo sie bis Ende Februar/ März bleiben. Im Frühjahr ziehen sie dann wieder zurück in ihre Brutgebiete. Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückzug verweilen die Knutts für vier bis sechs Wochen im Wattenmeer, wo sie ausruhen und ihre Fettreserven für den Weiterflug auffüllen.
Der Knutt ist ein recht großer und etwas plump wirkender Watvogel mit einem kurzen und geraden, schwarzen Schnabel. Wirkt der Knutt im Schlichtkleid eher unscheinbar und grau, so ist im Prachtkleid der Bauch auffällig rostrot und das Rückengefieder kontrastreich.
 
 
Pfeifente (lat.: Anas penelope; friesisch: smen)
 
Wann? Pfeifenten sind in größerer Zahl von Ende August bis etwa Ende Oktober und von Ende März bis Anfang Mai zu beobachten. Auch über das Winterhalbjahr sind Pfeifenten in kleinen Trupps auf Amrum zu sehen.
Wieviel? Zur Zugzeit halten sich mehrere hundert Pfeifenten vor Amrums Ostküste auf. Die Anzahl der überwinternden Vögel ist etwas geringer.
Wo? Pfeifenten kann man am besten auf der Amrumer Ostseite vom Teerdeich aus beobachten, wo sie in Trupps auf dem Wasser schwimmen oder im Deichvorland rasten.
  Foto Pfeifente
Foto: Klaus Günther
Pfeifenten-Männchen im Watt
Allgemein Die bis zu 50 cm große Pfeifente brütet an Wald- und Tundraseen in nördlichen Regionen, von Schottland über Skandinavien bis Sibirien.
Die Pfeifente ist im Prachtkleid an ihrem rotbraunen Kopf mit dem hellen Scheitelstreif und dem vorwiegend grauen Körper zu erkennen. Im Schlichtkleid fehlt der Scheitelstreif und der Körper hat eine rotbraune Färbung mit einzelnen grauen Federn.
Der Name Pfeifente erklärt sich aus dem lauten, pfeifenden Ruf, ähnlich dem einer berühmten, gelben Badewannenente. Als reiner Vegetarier geht die Pfeifente auch gerne auf Wiesen und Felder, um dort zu fressen. Das führt immer wieder zu Konflikten zwischen Naturschützern, Enten und Landwirten.