Naturzentrum Amrum




Brutvögel

   
Amrum ist eine der vogelreichsten Inseln im Wattenmeer. Für einige Arten ist Amrum der bedeutenste deutsche Brutplatz (Eiderente, Sturm- und Heringsmöwe) und wieder andere Arten sind hier häufiger als auf den anderen nordfriesischen Inseln (Großer Brachvogel, Sumpfohreule, Mäusebussard und Hohltaube).
Drei typische Brutvogelarten stellen wir hier vor.

 
Brandente (lat.: Tadorna tadorna; friesisch: beregan)
 
Wann? Brandenten sind eigentlich ganzjährig auf Amrum anzutreffen, in größerer Anzahl im Sommerhalbjahr zur Brutsaison.
Wieviel? Momentan brüten auf Amrum noch etwa 50 Paare Brandenten, wobei sich die Bestandszahlen in den letzten Jahren leicht erholen.
Wo? Brandenten sind am besten und auch am häufigsten auf der gesamtem Ostseite der Insel zu beobachten, wo sie im Watt oder in den Prielen der Salzwiesen nach Nahrung suchen und rasten. Gebrütet wird jedoch in den Dünen in Kaninchenbauten, da die Brandente ein ausgesprochener Höhlenbrüter ist. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen von den Eltern über die Insel zur Wattseite geführt. Während der Brutzeit kann man von den Bohlenwegen durch die Dünen häufig männliche Brandenten beobachten, die vor der Bruthöhle wachen.
  Foto Brandente
Brandenten: Weibchen links, Männchen rechts
Allgemein Die oft fälschlicherweise als "Gans" bezeichnete, etwa 60 cm große Brandente brütet vorwiegend an der Küste, ist jedoch vereinzelt auch an größeren Seen und Flüssen anzutreffen. Sie ist kräftig gebaut und durch ihre auffällige schwarz-braun-weiße Färbung und den roten Schnabel unverwechselbar.
Bei den männlichen Tieren befindet sich auf dem Schnabel zusätzlich ein roter Höcker. Fast die komplette mitteleuropäische Brandentenpopulation trifft sich zur Mauser in den Prielen vor der Vogelinsel Trischen (Dithmarschen), wo dann im September und Oktober bis zu 200.000 Tiere versammelt sind.
 
 
Kiebitz (lat.: Vanellus vanellus; friesisch: liap)
 
Wann? Kiebitze sind das gesamte Sommerhalbjahr auf Amrum zu beobachten. Im Winter ziehen sie dann in ihre Überwinterungsgebiete in West- und Südwesteuropa.
Wieviel? Im Rahmen der Brutvogelkartierung 2008 wurden 132 Brutpaare auf Amrum festgestellt. Zur Zugzeit erhöht sich die Zahl der Kiebitze noch einmal. Über 70 Brutpaare finden sich allein in der Norddorfer Marsch, die eine der höchsten Brutdichten an Kiebitzen in ganz Schleswig-Holstein vorzuweisen hat.
Wo? Kiebitze brüten in den Salzwiesen, den Marschen und Wiesen der Ostseite Amrums. Dort kann man besonders zur Balz- und Brutzeit das akrobatische Flugspiel der Kiebitze gut verfolgen.
  Foto Kiebitz
Balzendes Kiebitzmännchen
Allgemein Kiebitze sind mit ihrer auffälligen hell-dunklen Färbung, die im Sonnenlicht metallisch glänzt, und mit ihrem abstehendem Federschopf unverwechselbar.
Ursprünglich war der Kiebitz ein Feuchtwiesenbrüter, der durch die intensive Nutzung auf andere Flächen, wie zum Beispiel spät im Jahr bewirtschaftete Äcker, ausweichen muss. Durch die extensive Nutzung der Norddorfer Marsch findet der Kiebitz hier relativ gute Brutbedingungen.
 
 
Sturmmöwe (lat.: Larus canus; friesisch: meew)
 
Wann? Ganzjährig, besonders häufig im Sommerhalbjahr zur Brutzeit.
Wieviel? Auf Amrum brüten etwa 2.000 Paare.
Wo? Sturmmöwen sind auf der gesamten Insel anzutreffen. Die großen Brutkolonien befinden sich in den Dünen auf Amrums Westseite.
  Foto Sturmmöwe
Erwachsene Sturmmöwe
Allgemein Die Sturmmöwe scheint auf den ersten Blick die häufigste Möwenart auf Amrum zu sein. Jedoch ist die Heringsmöwe mit etwa 8.000 Brutpaaren wesentlich zahlreicher vertreten. Dass die Sturmmöwe häufiger beobachtet wird, hängt damit zusammen, dass die Nahrungsgewohnheiten verschieden sind. Die Sturmmöwe begibt sich als Allesfresser auch in menschliche Nähe, um dort Reste zu ergattern. Sie klaut aber auch Kekse und Brötchen.

In ihrem eigenen Interesse und zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie keine Möwen füttern!